Angerforum.my-goo.net
Hallo Fischerfreunde - die Seite ist geschlossen!

Technik Felchenfischen !!

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Technik Felchenfischen !!

Beitrag von Thomas Helbock am 2nd Juli 2011, 05:54

so kleiner Bericht wie man richtig auf Felchen Fischt.gruß Tom
hier auch die Seite davon.
http://www.felchenfischer.ch/4677.html




Das Felchenfischen


Das Felchenfischen mit Gambe/Hegene an einer ultraleichten Felchenrute vom Schiff aus, ist der Höhepunk der Fischerei auf Felchen und für mich die schönste Art zu Fischen! Die Leichtigkeit dieser Fischereitechnik sowie die Dramatik beim Fang eines grossen Felchens begeistern mich jedes Mal auf das Neue. In Europa hat sich die Zahl der Felchenfischer in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Ich bin sicher, dass dem Fischen mit Gambe/Hegene die Zukunft gehört. Immer mehr Fischer erkennen, dass das Fischen mit der Gambe/Hegene nicht nur einfach Fische fangen bedeutet, sondern eine Passion ist und für einige sogar ein Lebensweg. Wer es richtig angeht, erlebt eine erfolgreiche und spannende Fischereiart. Richtig heisst das fortwährende Heben und Senken der Gambe/Hegene. Ich betone, dass Heben und Senken! Diese Hoch-Tief Bewegungen müssen mit bedacht ausgeführt werden, um dem natürlichen Geschehen im Wasser und am Gewässergrund, so nahe wie möglich zu kommen. Lasst die Nymphen tanzen!

FelchenfischenBeim Felchenfischen mit Nymphen, werden künstliche oder natürliche Materialien um einen Haken gebunden, um eine der vielen Insektenarten in deren unterschiedlichen Stadien im Wasser zu imitieren. Die Hakengrösse dem natürlichen Vorbild, allenfalls den Gewässergegebenheiten, nicht aber der Grösse der zu erwartenden Fische angepasst! Die meisten Menschen, sogar viele Fischer wissen nicht, dass ein Insekt ein ganzes Jahr oder länger lebt. Davon vielleicht nur einen einzigen Tag für den Menschen erkennbar über Wasser. Diese kurze Phase zwischen Schlupf, Hochzeitsflug, Eiablage und Sterben fasziniert uns Felchenfischer durch den Eindruck dicht gedrängten Daseins und oftmals atemberaubender Steigperioden, die bei der grossen Familie z.B. der Eintagsfliegen fast übers ganze Jahr verteilt sind. Doch bevor das Insekt seinen Höhepunkt, seine Fortpflanzung und sein baldiges Sterben erlebt, muss es sich zuerst im Puppenstadium entwickeln, um dann vom Boden abzuheben, indem es seinen Panzer abstreift, um letztendlich mühselig die Wasseroberfläche zu durchbrechen. Nymphe wird die künstliche Nachahmung genannt, wenn sie das halbfertige Insekt in der aufsteigenden Phase imitiert. Aufsteiger, während es die letzten Reste seines Panzers abstreift und hilflos unter und in der Wasseroberfläche schwimmt. Nassfliege, wenn das Insekt kurz nach der Eiablage, nach Vollendung des Sinnes seines Daseins, tot mit zusammengelegten Flügeln dahin treibt.

ZuckmückenpuppeDas langsame Heben der Gambe/Hegene und der Nymphen imitiert das steigen der Puppen. Es lohnt sich auf die Natur zu schauen, wer schon einmal Nymphen (Puppen) beim aufsteigen beobachtet hat, weiss das sie mit richtigen Schwimmbewegungen an die Oberfläche steigen. Sie zucken mit ihren Körpern und machen manchmal einen Zwischenstopp auf ihrem Weg an die Wasseroberfläche. Wenn wir diese Bewegungsabläufe kopieren wollen, müssen wir sehr behutsam vorgehen. Das gilt vor allem beim Heben der Gambe/Hegene. Mit dieser Technik fange auch ich die meisten Felchen.

ZuckmückenlarveDas langsame Senken, verbunden mit einem Stopp und dem zittern der Rutenspitze imitiert hingegen die auf dem Gewässergrund lebenden Larven. Die Zuckmückenlarven sind ein perfektes Beispiel dafür. Um sich neue Nahrungsquellen zu suchen steigen sie mehrere Meter vom Grund auf und lassen sich von der Strömung treiben. Die Larven die sich so fortbewegen, glitzern im spärlichen Sonnenlicht, dass bis in die Tiefen des Gewässers vordringt. Das stellt für die Felchen einen zusätzlichen Reiz dar und macht sie auf unsere Nymphen-Imitationen aufmerksam. Im weiteren imitieren die Reflektionen den Beginn eines Insektenschlupfs worauf die Fische nur gewartet haben. Bei Gewässern mit sedigmentartigem Grund verursacht das Senken der Gambe/Hegene auf den Gewässergrund feine Wolken und auch dies scheint die Felchen zu einem Anbiss zu verleiten. In diesen Momenten ist die von mir beschriebene Technik unschlagbar, denn sie imitiert das natürliche Geschehen unter Wasser perfekt. Meiner Erfahrung nach ist es das A und O die Natur so perfekt wie eben nur möglich zu kopieren und es macht vielfach den entscheidenden Punkt aus.

Es gibt verschiedene Techniken und jede hat seine Berechtigung. Ob es vom Gewässer, oder von dem Erlaubtem abhängt, finde ich ist es allemal einen Versuch wert die unterschiedlichen Varianten auszuprobieren. Vor allem wenn mal wieder nichts beissen will, auch wenn ich doch gleich fische wie gestern. Wir wissen nicht sehr viel davon was sich auf unserem Gewässergrund abspielt. Einiges ist wissenschaftlich bewiesen, dem anderem liegt eine Theorie zu Grunde und daraus folgern wir unsere Schlüsse. Ich probiere alle Varianten durch und öfters als man denkt, kann auch ein schnelles ruckartiges heben und stehen lassen der Gambe/Hegene die Erfolge bringen. Auch wenn gestern langsamstes heben den Erfolg brachte.

FelchenfischerViele Felchenfischer, vorab die Spezialisten, fischen nur die modernsten, feinsten und ausbalanciertesten Felchenruten, in Kombination mit einer Laufrolle, die speziell für das Felchenfischen konzipiert worden ist. Ich selber fische seit mehr als zwei Jahrzehnten mit der Laufrolle auf Felchen und ich kann/will heute nicht mehr auf sie verzichten. Die Bleigewichte die an den Gamben/Hegenen verwendet werden, sollten 5 - 10gr nicht übersteigen. Die gewährleisten einen einwandfreien Schnurablauf bei den Laufrollen und sie strapazieren die feine Spitze der Felchenruten nicht. Die Meinungen über die Gewichte an der Gambe/Hegene gehen auseinander und selbst ich kann kein verbindliches Statement darüber abgeben. Wer sich den Gegebenheiten am besten anpasst, die Tiefe und die Strömungsverhältnisse berücksichtigt und darauf schaut, dass die ins Wasser führende Schnur immer vertikal nach unten zeigt, hat das Gewicht des Gamben/Hegenenbleis richtig gewählt. Ich persönlich fische bis in Tiefen von 25m - 30m mit 7gr Blei an der Gambe/Hegene.

Bielersee FelcheDie Felchen liefern einen starken Drill und wilde Fluchten. Beim Felchendrill braucht es auch manchmal Geduld, wer zu heftigen Druck macht und forciert, verliert viele Fische durch ausschlitzen. Viel Fingerspitzengefühl braucht es bei den grossen Felchen, sie aus zu drillen verlangt dem Felchenfischer und seinem Gerät alles ab. Mit der Felchenrute und der Gambe/Hegene fischt man vom Schiff aus. Der Felchenfischer beobachte die Natur und orientiert sich vorab am Gewässer. Anzeichen auf Fische sind auch Ansammlungen von anderen Felchenfischern mit ihren Schiffen. Aber bitte, immer ohne Gewähr!

Die Felchenschwärme ziehen Nahrung suchend im ganzen See herum, diese Wege zu kennen, heisst dem Erfolg näher zu sein!

EintagsfliegeTop-Spots sind Buchten mit schlammigem Grund, ein wahrer Geheimtipp sind steile Uferabhänge mit Pflanzenbewuchs. Steigen an solchen Stellen noch Puppen an die Wasseroberfläche, ist die Chance auf Felchen gross. Der Anker wird vorsichtig zu Wasser gelassen und das Schiff an der viel versprechenden Stelle vertäut. Die Gamben/Hegenen werden auf den Gewässergrund hinab gelassen und man beginnt mit den hoch-tief Bewegungen. Die leichteste Vibration an der Rutenspitze signalisiert einen Biss und dieser wird mit einem schnellen Anhieb sofort quittiert. Nach dem Drill sollten die Felchen sofort gefeumert werden, sie setzen sonst nach extrem kurzer Erholungsphase, zu erneuten wilden Fluchten an. Bei diesen vehementen Fluchten liegt der Vorteil der Laufrollen, man bremst mit den Fingern und kann auf die wilden Ausbrüche mit Gefühl reagieren. Das richtige Gerät und die entsprechende Technik sind entscheidend auf dem Weg zum Erfolgreichen Felchenfischer.

Felchenfischen ist weit mehr als nur vom Schiff aus seinen Köder ins Wasser zu lassen um einen Fisch zu fangen. Dem Spektrum sind keine Grenzen gesetzt. Reden wir nochmals von der Entomologie, der Insektenkunde, welche viele dermassen gefangen nimmt, dass diese Sparte innerhalb der Passion Felchenfischen zu ihrem liebsten Tun wird. Nymphenbinden, was für eine wunderschöne Winterbeschäftigung, welche oft im Sommer noch mehr Sinn macht. Dann, wenn ich auf unbekannten Gewässern mir exakt die Nymphen nachbinden kann, die eben gerade jetzt «gehen». Es gibt immer Neues, Unentdecktes, gar etwas, was man schon kannte, aber nicht erkannte. Das ist Felchenfischen. Auch für den Ältesten und Erfahrendsten gibt es immer noch Neues zu entdecken. Der Felchenfischerei mit der Gambe/Hegene gehört die Zukunft und sie erweitert unseren Horizont, doch eines sollten wir uns stets vor Augen führen:

„Wir kämpfen um einen Fisch, der Fisch um sein Leben!

avatar
Thomas Helbock
Admin
Admin

Anzahl der Beiträge : 533
Punkte : 142445
Anmeldedatum : 20.04.10
Alter : 46
Ort : Hard

http://www.djtomblack.beep.de

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten